Autoreninterview mit Lutz Geißler: “Achtet ganz bewusst auf gutes Brot.”

Autoren haben einen beson­deren Blick auf Ihr Thema und Buch, den vor allem Leser inter­essieren. Deswe­gen inter­viewen wir vom Ulmer Ver­lag unsere Autoren in der Reihe Autoren­in­ter­view. Weiter geht es mit unserem Autor Lutz Geißler, der bei uns im Ver­lag Das Brot­back­buch veröf­fentlicht hat.

Ulmer Ver­lag: Kön­nten Sie sich und Ihr Buch „Das Brot­back­buch“ bitte kurz vorstellen?

Lutz Geißler: Ich bin Geologe, arbeite in einem Berg­baube­trieb im Erzge­birge und backe seit etwa fünf Jahren regelmäßig mein eigenes Brot.

Im Juli 2013 ist mein Grund­la­gen­buch zum Brot­backen erschienen. Es umfasst neben mehr als 40 Rezepten vor allem gut 100 Seiten geballtes Wis­sen mit vie­len Tipps und Tricks zum Backen von gutem Brot. „Gut“ steht dabei für ein Brot, das einen eige­nen, unver­wech­sel­baren Geschmack besitzt, der nicht durch Hefearoma über­lagert wird.

UV: Wie ent­deck­ten Sie Ihre Lei­den­schaft fürs Brotbacken?

LG: In der Fam­i­lie wur­den eines Mor­gens Brötchen gebacken. Sicher nach Hefewür­fe­lan­leitung, also mit 40 g Hefe auf 500 g Mehl, aber frisch gebacken und noch warm waren sie für mich damals genießbar. Vor allem aber wollte ich das Backen pro­bieren, weil es ein handw­erk­licher Aus­gle­ich zu meinem fast 24h-Dasein als kopflastig arbei­t­en­der Geowis­senschaftler. Beim Brot­backen sieht man noch am gle­ichen Tag das Ergeb­nis. In der Wis­senschaft braucht es im Ver­gle­ich dazu einen deut­lich län­geren Atem bis ein Resul­tat zu erken­nen ist.

UV: Wie sind Sie dazu gekom­men, zu schreiben?

LG: Geschrieben habe ich schon immer, allerd­ings geowis­senschaftliche Fach­texte, häu­fig auch im Bere­ich Öffentlichkeit­sar­beit, also für den berühmten „Otto-Normal-Verbraucher“. Da fiel es mir nicht allzu schwer, mein Bäck­er­wis­sen ver­ständlich aufzubereiten.

UV: Wie lange dauerte es eigentlich von der Idee zu einem Buch bis zum fer­ti­gen Exemplar?

LG: In meinem Fall ziem­lich genau 18 Monate.

UV: Gibt es etwas, dass Sie an dieser Stelle gerne den Lesern sagen wür­den? / Was liegt Ihnen bei Ihrem Thema beson­ders am Herzen?

LG: Achtet ganz bewusst auf gutes Brot. Mei­det Back­dis­counter und Super­märkte, die Back­waren anbi­eten. Geht zum Handw­erks­bäcker um die Ecke und löchert ihn mit Fra­gen zu Back­mit­teln, Zusatzstof­fen usw. – und ganz wichtig: backt nur selbst, wenn ihr keinen Bäcker mehr findet, der eure Wün­sche und Ansprüche erfüllen kann.

Es schmerzt mich inzwis­chen sehr, wenn ich Back­dis­counter voller Kun­den sehe und der einge­sessene Bäcker nebe­nan muss ums Über­leben kämpfen. Nicht der Preis sollte entschei­den, son­dern die Qual­ität. In Deutsch­land sind Back­waren generell zu gün­stig für die Arbeit, die ein tra­di­tioneller Bäcker damit hat. Ein gutes Brot ist meiner Mei­n­ung nach sicher das Dop­pelte vom heuti­gen Verkauf­spreis wert.

UV: Haben Sie noch andere Hob­bys / Inter­essen? Welche?

LG: Andere Hob­bys wur­den erst­mal ins Regal gestellt und sind gegenüber dem Brot­backen mit­tler­weile stark anges­taubt. Ich habe einige Jahre lang Klavier gespielt und mein geol­o­gis­ches Hobby später zum Beruf gemacht. An wun­der­schö­nen Gesteinen und Min­eralen man­gelt es bei mir nicht…

UV: Was wün­schen Sie sich für die Zukunft?

LG: Deut­lich mehr Zeit. Vielle­icht 48 Stun­den pro Tag. Und ein Brot­back­buch, das weit mehr ist als ein Buch zum Ler­nen und Backen, aber das ist ver­mut­lich nicht finanzierbar.

Her­zlichen Dank für das Inter­view, Herr Geißler!

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Das Brot­back­buch. Grund­la­gen & Rezepte für ursprüngliches Brot. Lutz Geißler. 2013. 272 S., 118 Farb­fo­tos, 114 Zeich­nun­gen, geb. ISBN 978–3-8001–7957-2. € 24,90

Auch als eBook für € 18,99 erhältlich.

Mehr Infor­ma­tio­nen zum Buch und zur Buchbestel­lung finden Sie hier.

Einen Blick ins Buch kön­nen Sie hier werfen:

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  • Lisa

    Ich habe das Buch schon hier und muss sagen: Es ist wirk­lich toll gewor­den. Ich backe auch sehr gern selbst Brot, habe allerd­ings einen guten Bäcker gle­ich gegenüber. Dort kaufe ich Brötchen und 1 mal in der Woche ein gutes Brot. Alles andere mache ich selbst, aber ich kaufe niemals in Back­shops oder Dis­coun­tern. Da hat der Herr Geißler völ­lig recht, sowas darf man nicht unterstützen.